Einbruchschutz: 15 Tipps für mehr Sicherheit

Alle 4 Minuten wird in Deutschland eingebrochen – das sind über 130.000 Fälle pro Jahr. Die gute Nachricht: Fast die Hälfte aller Einbruchversuche scheitert, weil die Sicherheitstechnik standhält. Mit den richtigen Maßnahmen senken Sie Ihr Risiko drastisch.

💡 Schnell-Überblick: Schon mit 3 Maßnahmen unter 300 Euro (Sicherheitszylinder, Schutzbeschlag, Fenstersicherung) schützen Sie sich effektiv. Die Polizei berät Sie kostenlos – Termin bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle.

Einbruch-Statistik Deutschland 2025

131.800 Einbrüche pro Jahr
46,3 % Versuche gescheitert
15,1 % Aufklärungsquote
Okt–Feb Hochsaison (dunkle Monate)

🚪 Türen sichern (Tipps 1–5)

Tipp 1: Sicherheitsschließzylinder einbauen

Der Schließzylinder ist die wichtigste Komponente Ihrer Türsicherung. Ein Standard-Zylinder lässt sich in Sekunden aufbohren oder picken. Investieren Sie in einen Zylinder mit:

  • Aufbohrschutz (gehärtete Stahlstifte)
  • Picking-Schutz (Parazentrische Schlüsselprofile)
  • Sicherungskarte (Schlüsselkopie nur mit Karte möglich)
  • VdS Klasse B oder besser

Kosten: 35–150 € (Material) | Einbau: Selbst in 10 Min. möglich
Empfehlung: ABUS EC660, BKS Janus, KESO 8000

Tipp 2: Schutzbeschlag montieren

Ein Schutzbeschlag (auch Sicherheitsrosette) verhindert, dass der Zylinder von außen abgebrochen oder herausgezogen werden kann. Ohne Schutzbeschlag ist selbst der beste Zylinder wertlos – Einbrecher können ihn einfach abreißen.

Kosten: 30–80 € | Einbau: DIY in 15 Min.

Tipp 3: Querriegelschloss nachrüsten

Ein Querriegelschloss (z.B. ABUS PR2700) sichert die Tür über die gesamte Breite mit zwei Stahlriegeln. Es ist die effektivste Nachrüst-Sicherung für Wohnungstüren und von der Polizei ausdrücklich empfohlen.

Kosten: 150–350 € (inkl. Einbau) | Sichtbar von außen: Ja – und das ist gewollt! Die Abschreckung beginnt schon an der Tür.

Tipp 4: Türspion und Sperrbügel

Ein Weitwinkel-Türspion (180°) lässt Sie sehen, wer vor der Tür steht. Ein Sperrbügel (Türkette) erlaubt es, die Tür einen Spalt zu öffnen, ohne sie ganz freizugeben. Beide zusammen kosten unter 40 Euro und sind in 30 Minuten montiert.

Kosten: 15–40 € | Einbau: DIY

Tipp 5: Türrahmen und Schließblech verstärken

Der häufigste Einbruchsweg über die Tür: Aufhebeln. Ein verstärktes Schließblech mit langen Schrauben (mindestens 40 mm, direkt im Mauerwerk verankert) macht das deutlich schwerer. Ein Winkelschließblech aus Stahl ist die Profi-Lösung.

Kosten: 20–60 € | Einbau: DIY (Bohrmaschine nötig)

🪟 Fenster sichern (Tipps 6–9)

Tipp 6: Abschließbare Fenstergriffe

Standard-Fenstergriffe lassen sich von außen in Sekunden öffnen, wenn das Fenster gekippt ist. Abschließbare Griffe blockieren das. Besonders wichtig für Erdgeschoss-Fenster und Fenster neben Eingängen.

Kosten: 15–35 € pro Fenster | Einbau: DIY in 5 Min. pro Fenster
Empfehlung: ABUS FG300, BURG-WÄCHTER WinSafe

Tipp 7: Pilzkopfverriegelungen nachrüsten

Pilzkopfverriegelungen (auch Pilzzapfen) verhindern das Aufhebeln des Fensters. Sie greifen beim Schließen hinter das Schließblech und können nicht einfach herausgedrückt werden. Bei neuen Fenstern Standard, bei älteren nachrüstbar.

Kosten: 50–150 € pro Fenster (Nachrüstung durch Fachbetrieb)

Tipp 8: Fensterzusatzsicherungen

Zusatzsicherungen wie die ABUS FTS96 oder FAS101 blockieren das Fenster zusätzlich gegen Aufhebeln. Sie werden am Rahmen montiert und sind von außen sichtbar – was abschreckend wirkt.

Kosten: 30–80 € pro Fenster | Einbau: DIY in 20 Min.

Tipp 9: Rollläden sichern

Rollläden bieten nur dann Schutz, wenn sie gegen Hochschieben gesichert sind. Nachrüstbare Rollladensicherungen blockieren den Rollladen mechanisch. Elektrische Rollläden mit Zeitschaltuhr simulieren außerdem Anwesenheit.

Kosten: 20–50 € pro Fenster (mechanisch) | 200–500 € (elektrischer Antrieb)

🏠 Smart Home & Technik (Tipps 10–12)

Tipp 10: Smart Lock installieren

Ein smartes Türschloss bietet Komfort und Sicherheit: Öffnen per App, Fingerabdruck oder Code. Kein Schlüssel nötig – kein Schlüsselverlust, kein Aussperren. Die besten Smart Locks:

  • Nuki Smart Lock 4.0: Nachrüstbar, Apple HomeKit + Google Home, ab 150 €
  • Yale Linus L2: Schlankes Design, AES-256, ab 200 €
  • ABUS HomeTec Pro CFA3100: Deutsche Marke, Funk-Tastatur, ab 170 €

Wichtig: Achten Sie auf einen mechanischen Notschlüssel als Backup und AES-256-Verschlüsselung.

Tipp 11: Alarmanlage installieren

Sichtbare Alarmanlagen senken die Einbruchwahrscheinlichkeit um bis zu 60 %. Moderne Systeme sind einfach selbst zu installieren und per App steuerbar.

  • Funk-Alarmanlagen (kabellos, Selbstmontage): 200–600 €
  • Hybrid-Systeme (Funk + Kabel, professionelle Installation): 800–2.500 €
  • Smart-Home-Integration (mit Kamera, Rauchmelder, Sirene): 300–1.500 €

Empfehlung: ABUS Smartvest, Bosch Smart Home, Ring Alarm

Tipp 12: Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder

Einbrecher hassen Licht. Bewegungsmelder an Eingängen, Terrasse und Garagenzufahrt sind eine der einfachsten und günstigsten Maßnahmen. LED-Strahler mit Bewegungsmelder gibt es ab 20 Euro.

Kosten: 20–80 € pro Strahler | Einbau: DIY (Stromanschluss nötig)

🧠 Verhalten & Organisation (Tipps 13–15)

Tipp 13: Anwesenheit simulieren

Die meisten Einbrüche passieren, wenn niemand zu Hause ist. Simulieren Sie Anwesenheit mit:

  • Zeitschaltuhren für Lampen: 5–15 € pro Stück
  • Smart-Home-Steckdosen: Per App steuerbar, 15–25 €
  • TV-Simulator: Erzeugt flackerndes Licht wie ein Fernseher, ab 15 €
  • Rollläden auf Zeitschaltuhr: Morgens hoch, abends runter

Tipp 14: Nachbarschaft einbinden

Aufmerksame Nachbarn sind der beste Schutz. Informieren Sie vertrauenswürdige Nachbarn, wenn Sie verreisen. Bitten Sie sie:

  • ✅ Den Briefkasten zu leeren
  • ✅ Rollläden zu bewegen
  • ✅ Bei Verdächtigem sofort die Polizei zu rufen (110)

Tipp 15: Kostenlose Polizei-Beratung nutzen

Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle berät Sie kostenlos und herstellerneutral zu Einbruchschutz – auch mit Vor-Ort-Begehung. Nutzen Sie dieses Angebot! Termine über polizei-beratung.de oder Ihre lokale Polizeidienststelle.

Kosten-Übersicht: Alle 15 Tipps

Maßnahme Kosten DIY? Wirkung
Sicherheitszylinder35 – 150 €✅ Ja⭐⭐⭐
Schutzbeschlag30 – 80 €✅ Ja⭐⭐⭐
Querriegelschloss150 – 350 €⚠️ Bedingt⭐⭐⭐⭐
Türspion + Sperrbügel15 – 40 €✅ Ja⭐⭐
Schließblech verstärken20 – 60 €✅ Ja⭐⭐⭐
Abschließbare Fenstergriffe15 – 35 €/Fenster✅ Ja⭐⭐
Pilzkopfverriegelung50 – 150 €/Fenster❌ Fachbetrieb⭐⭐⭐⭐
Fensterzusatzsicherung30 – 80 €/Fenster✅ Ja⭐⭐⭐
Rollladensicherung20 – 50 €/Fenster✅ Ja⭐⭐
Smart Lock150 – 250 €✅ Ja⭐⭐⭐
Alarmanlage200 – 2.500 €⚠️ Bedingt⭐⭐⭐⭐
Bewegungsmelder20 – 80 €✅ Ja⭐⭐⭐
Anwesenheitssimulation15 – 50 €✅ Ja⭐⭐⭐
Nachbarschaftshilfe0 €✅ Ja⭐⭐⭐
Polizei-Beratung0 €⭐⭐⭐⭐⭐

Was die Versicherung verlangt

Ihre Hausratversicherung kann Leistungen kürzen oder verweigern, wenn Sie grob fahrlässig gehandelt haben – z.B. Fenster offen gelassen oder die Tür nicht abgeschlossen. Manche Versicherer gewähren Rabatte für nachgewiesene Sicherheitsmaßnahmen:

  • ✅ VdS-zertifizierte Schlösser und Sicherungen
  • ✅ VdS-zertifizierte Alarmanlage
  • ✅ Einbruchmeldeanlage mit Aufschaltung auf Sicherheitsdienst

Prüfen Sie Ihre Police und fragen Sie Ihren Versicherer nach möglichen Rabatten.

Häufige Fragen zum Einbruchschutz

Was kostet guter Einbruchschutz?

Grundlegender Einbruchschutz beginnt ab 50 Euro (Fenster-Zusatzsicherung) bis 300 Euro (Sicherheitsschloss + Schutzbeschlag). Ein umfassendes Paket mit Smart Home und Alarmsystem kostet 500–2.000 Euro.

Wo brechen Einbrecher am häufigsten ein?

Bei Einfamilienhäusern über die Terrassentür oder Fenster im Erdgeschoss (80 % der Fälle). Bei Mehrfamilienhäusern über die Wohnungstür (50 %) oder Balkontüren und Fenster in den unteren Etagen.

Welche Maßnahmen empfiehlt die Polizei?

Sicherheitsschlösser mit Schutzbeschlag (mindestens VdS Klasse B), Pilzkopfverriegelungen, abschließbare Fenstergriffe, Querriegelschlösser, Bewegungsmelder und die kostenlose Beratung durch die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle.

Schrecken Alarmanlagen Einbrecher ab?

Ja. Sichtbare Alarmanlagen und Kameras senken die Einbruchwahrscheinlichkeit um bis zu 60 %. Echte Systeme sind deutlich zuverlässiger als Attrappen.

Lohnt sich ein Smart Lock?

Ja – Smart Locks bieten Komfort und Sicherheit. Achten Sie auf AES-256-Verschlüsselung und einen mechanischen Notschlüssel. Empfehlenswerte Marken: Nuki, Yale, ABUS.

Professionelle Beratung gewünscht?

Ein Schlüsseldienst in Ihrer Stadt berät Sie zu Sicherheitsschlössern und Einbruchschutz. Oder berechnen Sie die Kosten mit unserem Kostenrechner.